Die folgenden Angaben sind teilweise aus www.theobroma-cacao.de übernommen.
Unter fairem Handel wird der möglichst direkte Handel zwischen den Produzenten (Kakaobauern) und den Herstellern von Schokolade verstanden.
Zur Kontrolle und Abwicklung des Fairen Handels haben sich verschiedene Organisationen gebildet, die jeweils eigene Kriterien für Fairen Handel festlegen.
Allgemein sind das die folgenden Bedingungen für Hersteller und Kakaobauern.
Kriterien für den Handel:
- langfristige Zusammenarbeit
- fairer Preis, über dem Weltmarktniveau
- Zwischenhändler sind auszuschalten.
- Vorfinanzierung, um Verschuldung der Produzenten zu vermeiden.

Um am fairen Handel teilnehmen zu können, schließen sich die Kakaobauern in der Regel zu Kooperationen oder Genossenschaften zusammen um ihre Produktion gemeinsam vermarkten zu können. Die Kakaobauern und deren Zusammenschlüsse müssen zur Teilnahme am fairen Handel ebenfalls eine Reihe von Bedingungen erfüllen:
- demokratische Regeln
- Sozialverträglicher Anbau (angemessene Bezahlung aller Beschäftigen, keine Sklaverei, keine illegale Kinderarbeit, keine gesundheitsschädlichen Arbeitsmethoden).
- Nachhaltiger Anbau (d.h. ein möglichst umweltschonender Anbau).
- Die Kakaobauern sollen aus ärmeren Bevölkerungsschichten kommen.
- Keine Benachteiligung von Frauen und anderen Bevölkerungsgruppen.
Was sind die Ziele des fairen Handels?
Ziel des fairen Handels ist die Sicherung des Existenzminimums von Kleinbauern und Plantagenarbeitern und eine schrittweise Verbesserung ihrer Lebenssituation durch Investitionen in eine nachhaltige Zukunftssicherung. Zur Sicherung ihres Existenzminimums erhalten die Bauern von ihren Kooperativen einen höheren Preis für den Kakao, als sie ihn bei lokalen Zwischenhändlern erhalten würden. Ein Teil des Mehrerlöses aus dem fairen Handel wird von den Kooperativen für Gemeinschaftsprojekte verwendet, dazu gehören die Errichtung von Schulen, den Bau von Straßen, die Gesundheitsversorgung und in die Bildung, sowie die Sicherung der Trinkwasserversorgung.
Dazu ein Beispiel der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO).
Mindestpreis bei 1750 $/t, wenn Weltmarktpreis geringer als 1600 $/t
Prozentualer Aufschlag, wenn Weltmarktpreis zwischen 1600$/t und 2550$/t
Fair Trade im Weltmarkt für Kakao
Der Anteil von Fair Trade am Weltmarkt für Kakao liegt laut ICCO bei gerade einmal 0,1 Prozent. Die meisten Produzenten für Fair Trade Kakao sind dabei gezwungen ihren Kakao ohne Fair Trade Sigel zu normalen Weltmarktkonditionen zu verkaufen, da bislang nicht ausreichend Abnehmer vorhanden sind
Was bedeutet mehr als fair? Unser Ansatz:
Wir verstehen darunter, dass die Wertschöpfung vor Ort stattfindet, dass heisst, der Mehrwert wird geschaffen durch die Weiterverarbeitung des Kakaos vor Ort, durch die Herstellung von Endprodukten oder Halbfertigprodukten.
Dazu auch ein Zahlenbeispiel:
Garantierter Fair trade – Preis: 1750$/t
Preis für ein qualitativ hochwertiges Endprodukt: 8.000$/t – 10.000$:t
Insgesamt ist der Anteil an Fertig- und Halbfertigprodukten am Export Ecuadors sehr gering, er liegt bei nur ca. 2%.
98% des Kakaos verlassen Ecuador als Rohkakao. Und die Schaffung des Mehrwerts findet in Europa und den USA statt.
Fair trade ist ein guter Anfang, es wird den Produzenten eine gewisse Planungssicherheit gegeben, verbessert häufig die sozialen Zustände und die Arbeitsbedingungen und trägt zum Umweltschutz bei. Allerdings ist nach Ausschaltung der Zwischenhändler nun ein neuer Organismus, nämlich die zertifizierende Organisation dazwischen geschaltet, die natürlich auch Geld für die Erteilung des Labels bekommen. Geht man davon aus, dass die meisten Labels auch halten, was sie versprechen (was aber auch nicht immer der Fall ist, dazu gab es einmal einen ausführlichen Artike im Spiegel), so müssen trotzdem sowohl Produzenten als auch Importeure für diesen Service zahlen.
Die von Bouga angestrebte Mehrwertschaffung vor Ort ist mehr
- Es werden qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen
- Die Weiterverarbeitung bietet eine grössere Möglichkeit der Diversifizierung und eine höhere Flexibilität.
- Häufig wird auch mehr an der Qualität des Rohstoffes gearbeitet, wenn er vor Ort weiterverarbeitet wird, denn die Resultate sind überprüfbar und für die Menschen erfahrbar.
- Einhergehend mit der Weiterverarbeitung für den Export ist oft auch eine Erschliessung des lokalen Marktes, der häufig nur mit im Ausland hergestellten Produkten bedient wird.
- Weiterhin orientieren wir uns nicht am Weltmarktpreis sondern wir zahlen den von unseren Partnern festgelegten Preis, der auf deren Kalkulation beruht.

Bleibt nur die Frage der Glaubwürdigkeit, wie kann der Konsument in Europa sicher sein, ein wirklich faires Produkt zu kaufen? Dies geht nur über eine erschöpfende Aufklärungs- und Informationsarbeit der Importeure bzw. der Zertifizierungsorganisationen.
Wenn Sie als Konsument berechtigte Fragen stellen, sollten Sie auch ehrliche Antworten bekommen. Transparenz ist die Grundlage für ein faires Handelmodell.
Deshalb bieten wir ja auch unsere Bouga-Reisen an, man kann sich selbst überzeugen, bzw. bei den Teilnehmern der Reisen Informationen einholen.