Wissen wir was wir essen?
Es hat uns schon immer geärgert, dass auf Verpackungen nie wirklich drauf steht, was drin ist. Bei Schokolade zum Beispiel, schreibt jeder, der Kuvertüre aus ecuadorianischen Kakaobohnen verwendet, auf die Packung: Herkunftsschokolade, Cru oder Grand Cru und so weiter. Dies sagt nun aber gar nichts über die Qualität aus: das wäre so ähnlich, wenn jemand Wein mit der Aufschrift “Wein aus Frankreich” verkauft… Dies gibt weder Auskunft über Rebensorte noch Lage, es kann also auch billiger Fusel sein, nur eben aus Frankreich.
In Ecuador gibt es auch viele verschiedene Kakaosorten, die qualitativ sehr unterschiedlich sind. Kakao aus Ecuador kann normaler Industriekakao sowie edler Feinaroma-Kakao sein. Und mal ganz abgesehen davon, dass der Anteil an Aroma-Kakao nur bei ca. 5% liegt und selten rein anzutreffen ist.
Aber zurück zum Thema: Wir haben mittlerweile festgestellt, dass man Stunden im Supermarkt zubringen kann, um die Verpackungen wirklich zu lesen. Und wir sind oftmals überrascht worden, positiv als negativ. Es lohnt sich wirklich. Bedeutet Piemont-Haselnüsse nun, dass sie im Piemont angebaut werden oder ist das nur ein Marketingtrick und eigentlich kommen die Nüsse aus der Türkei, sind aber von der Sorte Piemont?
Auch den Bio-Ansatz sollte man doch immer hinterfragen: Bio-Bananen von den Kanaren? Bananen brauchen enorm viel Wasser und die Kanaren haben doch ein sehr trockenes Klima.
Es ist nicht einfach Verbraucher zu sein, aber letzendlich bekommt man das, wonach man fragt, oder eben nicht.
Ausführlich nachzulesen im Spiegel:
Die Geschmacksillusion
Wie Biomarken mit Lebensmitteln tricksen