Quelle: Tagesschau.de
Ein Gericht in Ecuador hat den US-Ölmulti Chevron zu einer Milliarden-Strafe wegen massiver Umweltverschmutzung im Amazonasgebiet verurteilt. Dort sickern seit Jahren große Mengen Öl aus einer alten Förderstätte in den Boden und verseuchen die Region. Chevron müsse mindestens acht Milliarden Dollar zahlen, teilte ein Anwalt der Kläger mit.
Von 1964 bis 1990 förderte Texaco in dem Amazonasgebiet Öl. Texaco wurde 2011 von Chevron gekauft. Der klageführende Anwalt Pablo Fajardo lobte das Urteil, nannte die Summe jedoch zu gering. Die Kläger wollten vermutlich Rechtsmittel einlegen, sagte er. Ein vom Gericht angefragter Experte hatte eine Entschädigungszahlung von 27,3 Milliarden US-Dollar empfohlen.
Chevron kündigte Widerstand gegen das Urteil an. Der US-Konzern fühlt sich nicht zuständig: Das Urteil sei “unrechtmäßig und nicht durchsetzbar”, teilte der Konzern mit. “Es ist das Resultat von Betrug.” Chevron verwies darauf, dass internationale und US-amerikanische Gerichte bereits im Vorfeld Schritte unternommen hätten, die Entscheidung aus Ecuador zu blockieren.
Sollte sich der Konzern in Zeitungsanzeigen in Ecuador und den USA nicht binnen 15 Tagen öffentlich entschuldigen, drohte der Richter sogar damit, die Strafe zu verdoppeln.
Giftige Brühe
Die Klage der ecuadorianischen Amazonasgemeinschaft im Namen von 30.000 Betroffenen war ursprünglich im Jahr 1993 in New York eingereicht worden. Gefordert wurden 27 Milliarden Dollar für Wasser- und Bodenverschmutzung. Die Ecuadorianer werfen Texaco vor, Milliarden Gallonen giftigen Abfalls in den Amazonas abgelassen zu haben. Nachdem sich Texaco 1992 zurückgezogen hatte, blieben Hunderte offene Öl-Bassins übrig, aus denen besonders in der Regenzeit eine giftige Brühe in den Boden fließt.
Die Kläger sehen Chevron in der Pflicht und verlangen, dass Chevron für die Säuberung des Gebiets und die gesundheitlichen Schäden der Menschen aufkommt. Doch der US-Konzern verweist darauf, dass die Ölfelder wie vereinbart übergeben worden seien und die Verantwortung nun bei Ecuador liege.
Ja, da wäre doch schön; aber vermutlich wird es nicht dazu kommen, denn für den Ölkonzern ist die Weiterführung des Streitfalls viel billiger als die Zahlung der Strafe!
siehe auch
http://www.independent.co.uk/environment/nature/chevrons-dirty-fight-in-ecuador-2216168.html