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100%

Mittwoch, Juli 13th, 2011

2006-2011, jedes Jahr hat eine neue Ernte und damit auch eine neue 100% Schokolade gesehen.

ES bleibt ja jedem selbst überlassen zu testen und zu urteilen, aber die neue Kuvertüre ist einfach unglaublich. Unser Partner von der Hacienda Bosque de Oro hat mit dieser Schokolade ein wunderbares Gleichgewicht zwischen natürlicher Süsse und leichter Säure gefunden.

Fermentierung, Röstung und Conchierdauer - einfach perfekt.

Probleme bei der APPOS

Mittwoch, Juli 13th, 2011

Da unsere Zeit begrenzt ist und wir leider nicht so oft in Ecuador sein können, wir wir gerne möchten, haben wir uns Unterstützung geholt. Jan-Marcel Schubert (von Trinkschokoladen Schubert) war nun 6 Monate als Praktikant bei der APPOS tätig sein und ebenso französische Studenten. Alle drei hatten Gelegenheit, alles über Kakao zu lernen, bei den anfallenden Arbeiten mitzuwirken, sowie auch ihre Fähigkeiten und Kenntnisse einzubringen: dies reichte von der Erstellung einer Internetseite, über die Ankurbelung der nationalen Vermarktung bis hin zur Optimierung von Verpackung und Prozessabläufen. Und natürlich Kakao ernten, Kakao fermentieren, Kakao trocknen, Kakao sortieren, Kakao rösten und mit den neuen Maschinen auch richtige Schokolade herstellen.

Leider hat die APPOS zur Zeit interne Probleme, die ein normales Tagesgeschäft verhindern. Ich werde hier nun nicht im Detail auf die Schwierigekeiten eingehen, allerdings ist es mittlerweile so weit, dass wir zur Zeit nicht mehr mit der APPOS  arbeiten, da die gewohnte Qualität nicht gewährleistet wird. Einerseits sind wir natürlich traurig, dass alle Arbeit, die in den letzten Jahren von uns und den Gründungsmitgliedern in die Organisation, den Erwerb der Maschinen und die Verbesserung der Kakaoqualität gesteckt wurde, nun gefährdet ist. Andererseits ist es nicht unsere Aufgabe, die APPOS bei allem am Händchen zu führen. Jede Organisation lebt vom Engagement und der Motivation der Mitglieder, und zur Zeit scheint niemand mehr Zeit zu finden, um die APPOS am Leben zu halten.

Ich habe während meiner Reise im Juni versucht, nochmals etwas Schwung in die Sache zu bringen, aber dies hielt nur für 2 Wochen nach meiner Abreise. Aufgrund der Schwierigkeiten sind nun auch mehrere sehr aktive Mitglieder ausgetreten, dadurch wurde die Organisation nochmals erheblich geschwächt.

ES wird natürlich noch immer wunderbarer Kakao in Mendez produziert und wir werden versuchen, mit den  ursprünglichen Aktiven der APPOS eine neue Initiative zu starten. Die gute Nachricht ist also, dass wir weiterhin gute Nacional Arriba Kakaoprodukte vermarkten können, allerdings müssen wir zugeben, dass es um das Projekt APPOSnicht gut steht. Aber noch ist ja nicht alle Hoffnung verloren.

Ölkonzern Texaco-Chevron zu Milliarden-Strafe verurteilt

Dienstag, März 1st, 2011

Quelle: Tagesschau.de

Ein Gericht in Ecuador hat den US-Ölmulti Chevron zu einer Milliarden-Strafe wegen massiver Umweltverschmutzung im Amazonasgebiet verurteilt. Dort sickern seit Jahren große Mengen Öl aus einer alten Förderstätte in den Boden und verseuchen die Region. Chevron müsse mindestens acht Milliarden Dollar zahlen, teilte ein Anwalt der Kläger mit.

Von 1964 bis 1990 förderte Texaco in dem Amazonasgebiet Öl. Texaco wurde 2011 von Chevron gekauft. Der klageführende Anwalt Pablo Fajardo lobte das Urteil, nannte die Summe jedoch zu gering. Die Kläger wollten vermutlich Rechtsmittel einlegen, sagte er. Ein vom Gericht angefragter Experte hatte eine Entschädigungszahlung von 27,3 Milliarden US-Dollar empfohlen.

Chevron kündigte Widerstand gegen das Urteil an. Der US-Konzern fühlt sich nicht zuständig: Das Urteil sei “unrechtmäßig und nicht durchsetzbar”, teilte der Konzern mit. “Es ist das Resultat von Betrug.” Chevron verwies darauf, dass internationale und US-amerikanische Gerichte bereits im Vorfeld Schritte unternommen hätten, die Entscheidung aus Ecuador zu blockieren.

Sollte sich der Konzern in Zeitungsanzeigen in Ecuador und den USA nicht binnen 15 Tagen öffentlich entschuldigen, drohte der Richter sogar damit, die Strafe zu verdoppeln.

Giftige Brühe

Die Klage der ecuadorianischen Amazonasgemeinschaft im Namen von 30.000 Betroffenen war ursprünglich im Jahr 1993 in New York eingereicht worden. Gefordert wurden 27 Milliarden Dollar für Wasser- und Bodenverschmutzung. Die Ecuadorianer werfen Texaco vor, Milliarden Gallonen giftigen Abfalls in den Amazonas abgelassen zu haben. Nachdem sich Texaco 1992 zurückgezogen hatte, blieben Hunderte offene Öl-Bassins übrig, aus denen besonders in der Regenzeit eine giftige Brühe in den Boden fließt.

Die Kläger sehen Chevron in der Pflicht und verlangen, dass Chevron für die Säuberung des Gebiets und die gesundheitlichen Schäden der Menschen aufkommt. Doch der US-Konzern verweist darauf, dass die Ölfelder wie vereinbart übergeben worden seien und die Verantwortung nun bei Ecuador liege.

Herkunft Nacional Arriba

Donnerstag, August 12th, 2010

Letztes Jahr während unseres Ecuador-Aufenthaltes trafen wir auf Juan Carlos Motamayor vom Institut INIAP (Instituo Nacional Autónomo de Investigaciones Agropecuarias), der gerade dabei war, seine Studie über die Herkunft des Nacional Arriba Kakaos abzuschliessen. Nun hat ein anderes zufälliges Zusammentreffen, nämlich mit dem mir schon länger bekannten Michel Barel vom CIRAD (Centre de coopération internationale en recherche agronomique pour le développement), mir diese Studie wieder in Erinnerung gerufen.

Was sich damals schon ankündigte ist nun wissenschaftlich belegt, dass nämlich der Nacional seine Ursprünge aus der südlichen Amazonia Ecuadors hat, ganz in der Nähe des Kantons in dem unsere APPOS Kooperative ihren Kakao anbaut.

Wer Interesse an dieser Studie hat, kann sich bei Bouga Cacao melden.

Überhaupt ist das CIRAD im Bereich Kakao sehr aktiv, so hat es sich auch federführend an einer Studie im Jahr 2008 beteiligt, die die längst überholte Klassifizierung des Kakaos in Criollo, Forastero, Trinitario & Co überarbeiten sollte. Schliesslich beziehen sich diese Begriffe auf die geographischn Herkünfte der Kakaosorten, was früher wohl noch hilfreich war, heute aber durch die weltweite Verbreitung des Kakaos und die Entwicklung neuer Sorten nur noch ansatzweise Geltung hat.

Die neue Klassifizierung basiert auf morpho-geographischen sowie genetischen Kriterien: Es wurden 10 verschiedene Gruppen etabliert: Amelonado, Criollo, Nacional, Contamana, Curaray, Guiana, Iquitos, Marañon, Nanay, Purús

CIRAD: Cacao : une étude d’envergure révèle une nouvelle classification

Die Zeiten ändern sich - nicht?

Montag, Mai 10th, 2010

Titanic Brief

Im schönen Sammelband “Briefe an die Titanic*”, der uns kürzlich von einem Freund verehrt wurde, stiessen wir tatsächlich auch auf das Thema Schokolade.

Die Titanik mokiert sich in einem Brief (1983) an den “Bundesverband der deutschen Süsswarenindustrie” darüber, dass dieser die Empfehlung des BMZ (Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit), die Schokolade doch in den Ländern zu verarbeiten, wo auch der Kakao wächst, empört ablehnt und als eine Bedrohung der deutschen Wirtschaft ansieht.

Wir können dazu nur sagen. Keine Angst, liebe Süsswarenindustrie, das BMZ hat seine Meinung geändert.

Als wir nämlich 2005/06 in Ecuador Mitarbeitern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in Ecuador unser Projekt (Weiterverarbeitung des Kakaos vor Ort) unterbreiteten, war deren Antwort eindeutig: “Das klappt doch nie, das können die doch gar nicht!” Es wurden lieber Projekte finanziert, die den Ausfuhr von Rohkakao zum Ziel hatten, in Zusammenarbeit mit einer schweizer Schokoladenfirma.

Zum Glück können wir heute sagen, ÄTSCH, lieber Bundesverband und BÄH, liebe EZ-Mitarbeiter, sie können es doch, und sogar sehr gut! Beweise gibt es in vielen deutschen Schokoladenfachgeschäften!!!

*Briefe an die Leser, Tausend Briefevon der Titanic, 1986, Zweitausendeins

Wissen wir was wir essen?

Freitag, Oktober 30th, 2009

Es hat uns schon immer geärgert, dass auf Verpackungen nie wirklich drauf steht, was drin ist. Bei Schokolade zum Beispiel, schreibt jeder, der Kuvertüre aus ecuadorianischen Kakaobohnen verwendet, auf die Packung: Herkunftsschokolade, Cru oder Grand Cru und so weiter. Dies sagt nun aber gar nichts über die Qualität aus: das wäre so ähnlich, wenn jemand Wein mit der Aufschrift “Wein aus Frankreich” verkauft… Dies gibt weder Auskunft über Rebensorte noch Lage, es kann also auch billiger Fusel sein, nur eben aus Frankreich.

In Ecuador gibt es auch viele verschiedene Kakaosorten, die qualitativ sehr unterschiedlich sind. Kakao aus Ecuador kann normaler Industriekakao sowie edler Feinaroma-Kakao sein. Und mal ganz abgesehen davon, dass der Anteil an Aroma-Kakao nur bei ca. 5% liegt und selten rein anzutreffen ist.

Aber zurück zum Thema: Wir haben mittlerweile festgestellt, dass man Stunden im Supermarkt zubringen kann, um die Verpackungen wirklich zu lesen. Und wir sind oftmals überrascht worden, positiv als negativ. Es lohnt sich wirklich. Bedeutet Piemont-Haselnüsse nun, dass sie im Piemont angebaut werden oder ist das nur ein Marketingtrick und eigentlich kommen die Nüsse aus der Türkei, sind aber von der Sorte Piemont?

Auch den Bio-Ansatz sollte man doch immer hinterfragen: Bio-Bananen von den Kanaren? Bananen brauchen enorm viel Wasser und die Kanaren haben doch ein sehr trockenes Klima.

Es ist nicht einfach Verbraucher zu sein, aber letzendlich bekommt man das, wonach man fragt, oder eben nicht.

Ausführlich nachzulesen im Spiegel:
Die Geschmacksillusion
Wie Biomarken mit Lebensmitteln tricksen

Was ist ein “GROUCHA”?

Mittwoch, September 16th, 2009

Das fragte ich mich verzweifelt, als mich Roland auf dem Markt in Foix ansprach und meinte, das unsere Produkte doch gut bei ihrem GROUCHA reinpassen würden…

Die Franzosen lieben Abkürzungen, diese werden mit grosser Selbstverständlichkeit für alles eingesetzt, da steht man als Ausländer häufig etwas hilflos da. Na, lange Rede, kurzer Sinn, ein GROUCHA ist eine “Group d’achat”, tout simplement, eine Einkaufsgemeinschaft.

Mehrere Gruppen von Leuten, die gemeinsam allerlei Produkte in grossen Mengen, und daher natürlich viel günstiger einkaufen.  Und nun gehört unsere Trinkschokolade auch zu diesen Produkten.

Das wäre an sich eigentlich keine grosse Meldung, allerdings ist damit eine sehr schöne Erfahrung verbunden, die sehr gut zu unserer Bouga-Idee passt.

Es ist eben nicht nur eine Einkaufsgemeinschaft, sondern es sind auch Leute, die sich in ihren sogenannten Regionalgruppen häufig, z.B. zwecks Bestellungserstellung, und zweimal im Jahr alle zusammen treffen. Und bei einem solchen halbjährlichen Treffen waren wir eingeladen.

Da wurde dann ein Tag zusammen verbracht, im Vorfeld hatten zwei Personen ein Diskussionsthema vorbereitet und den Austausch zu diesem Thema moderiert. Das erschien uns anfangs etwas übertrieben, stellte sich dann aber als ungemein bereichernd heraus. Wann sonst nimmt man sich die Zeit, ernsthaft über unsere Lebensweise zu debattieren, Bedürfnisse zu überdenken und Möglichkeiten der Verbesserungen zu suchen, neue Ansätze kennen zu lernen. Die Begriffe “nachhaltig” und “fair”, die wir bei Bouga ja auch immer im  Munde führen, auch einmal auf unsere Gesellschaft anzuwenden.

Dann gab es noch eine sogenannte Börse: “ich gebe - ich suche” , ein geldloser Austausch gesuchter Dinge und Hilfeleistungen. Und ganz bewusst ging es eben nicht darum, für das eigenen Angebot etwas anderes zu bekommen, sondern es gab auch geben ohne nehmen oder umgekehrt, je nach Bedürfnis. Da war alles dabei, von Badewanne als Tränke für die Kuhweide bis Hilfe auf der Baustelle. Und dann hat noch jemand einen Sack Kartoffeln verschenkt.

Es wurde uns wieder einmal bewusst, wie wichtig es manchmal ist, aus seinem kleinen Eck  raus zu kommen und sich um zu schauen….

Ecuador-Reise 2009

Dienstag, August 4th, 2009

Es war wieder einmal fantastisch. Mit dabei waren dieses Jahr die Schokodamen von Bitter&Zart, Rudolf und Beatrice von der Confiserie Berner in der Schweiz und unsere Gastronomieexperten Regula und Markus, auch aus der Schweiz.

Reisegrupp2009 in Guayaquil

Die Abenteuer waren vielfältig: die 4000m Pässe, der rauchende Sangay, Salsa auf der Finca, grünschillernde Käfer in tropischer Nacht, abenteuerliche Flussüberquerungen mit dem tapferen Kleinbus, Pazifikstrand, gegrilltes Meerschweinchen und riesige Palmherzen und und und.

Nachzulesen unter anderem bei Sabine und Gaby in ihrem Blog: www.bitterundzart.de

Und wir planen schon die Reise für 2010.